Lebenslauf
Ein paar Daten...
Geboren wurde ich am 12. Juni 1973 in Vechta. Genauer: Im Marienhospital Vechta.
Im Jahr 1978 kam ich dann für ein Jahr in den kath. Kindergarten "Liegehalle" (so benannt weil dort früher einmal ein Kurhaus stand in dem wohl auch die Bettruhe gepflegt wurde) - dieser Kindergarten befand sich in etwa dort wo heute der Kindergarten "St. Elisabeth" ist, in der Nähe des sogenannten "Galgenberges" (warum der so heißt ist mir nicht bekannt - meines Wissens haben die Vechtaer Bürger ihre Kriminellen auf dem Stoppelmarktsgelände ... naja, ihr wisst schon). Ein recht nettes Jahr unter der Aufsicht von "Frau Hanekamp". Erinnerungen gibt es wenige, angeblich war ich aber schon damals ein lieber Junge der nur zu Karneval einmal negativ auffiel weil er seinen Tomahawk (der zum Glück aus Gummi war) am Kopf eines anderen Jungen ausprobierte. Ob dies bleibende Schäden hinterließ kann heute leider nicht mehr festgestellt werden da nähere Einzelheiten der Tat (inkl. dem Namen des betroffenen "Opfers") in der zeitlichen Versenkung verschwanden.
Ein Jahr später wurde ich dann eingeschult. 1979. In die kath. Grundschule Hagen. Räumlich musste ich mich dafür nicht großartig umstellen - die Schule befindet sich auf der anderen Seite des Berges. Vier Jahre in einer kleinen, eingleisigen Schule - eine schöne Sache. Fast alle Fächer (mit Ausnahme von Sport und Werken) unterrichtete Frau Heimann selbst.
Wir hatten also ein verlässliches Gegenüber.
Eine Erfahrung die man Grundschülern in modernen Lernbunkern nur wünschen könnte. Sicherlich war es auch noch strenger als in heutigen Grundschulen - das "an den Ohren ziehen" würde heute sicherlich einen Skandal auslösen wenn eine Lehrerin es sich erlauben würde - aber meines Wissens hat es nicht nur jeder von uns überlebt, wir hatten auch eine relativ gut disziplinierte Klasse.
Der große Kulturschock war dann der Wechsel 1983 auf die Orientierungsstufe Vechta-Süd. Ein riesiger Schulkomplex mit hunderten von Schülern. In jeder Stunde einen anderen Lehrer. Stühle aus Plastik und moderne Tische (die gewohnten Holzstühle und -tische tauchten erst wieder in der Realschule auf). Die ersten Tage waren verwirrend.
In den Jahren dort entwickelte sich die Kuriosität das ich sehr ruhig und (besonders im Umgang mit Hausaufgaben) sehr schlampig war - aber mit guten Klassenarbeiten die Lehrer zwang mir trotzdem relativ gute Noten zu geben. Wenn ich damals schon so hätte reden können wie heute und etwas Ordnung gehalten hätte...
Naja - alle guten Vorsätze kommen jetzt 30 Jahre zu spät. ;)
So ging das Leben auf der Realschule Vechta (die heutige "Geschwister-Scholl-Realschule") im Jahr 1985 weiter. Meinen alten Stil, kurz vor der entsprechenden Klassenarbeit noch kurz den Text im Lehrbuch durchzulesen und dann immer etwas im Bereich rund um "befriedigend" zu erreichen behielt ich bei. Als ich mich dann im 10. Schuljahr zwang trotz meiner Abneigung wenigstens ein Mindestmaß an Sportunterricht mitzumachen erreichte ich auf diesem Wege den "erweiterten Sekundarabschluss I" der mir im Jahr 1989 den Weg zum Gymnasium Antonianum ebnen sollte.
Am Ende der Sommerferien, genauer am 26. August 1989, kam dann der große Unglückstag.
Mein Bruder kam an diesem Samstag von einer Europatour mit einem "InterRailTicket" zurück und wir (der Rest der Familie) hatten einen großen Hausputz hinter uns gebracht. Das wollten wir irgendwie "feiern". Nichts gewöhnliches essen - sondern an diesem Samstagabend entweder in eine Gaststätte fahren oder von dort Essen holen.
Letztlich habe ich die Familie dazu überredet in unsere "Stamm-Gaststätte" nach Cornau/Drebber zu fahren.
Gekommen sind wir bis Aschen. Wir fuhren die Hauptstraße, die die B69 mit der B51 verbindet - und auf Höhe der "Ossenbecker Straße" kam aus dieser ein betrunkener Fahrer mit einem kleinen FIAT gerast und rammte unseren Opel Ascona von der Straße - durch einen Jägerzaun, durch eine Hecke, in einen Vorgarten.
Ich hatte rechtsseitig mehrere Splitter im Gesicht - Brüche an Schlüsselbein, Jochbein und Kiefer.
Mein Bruder hatte riesige Schnittwunden an Arm und Kopf und wäre fast verblutet.
Mein Vater hatte eine schlimme Prellung am linken Bein und Rippenbrüche.
Meine Mutter hatte einen Genickbruch und war tot.
Ich hatte sicherlich schon vor diesem Tag depressive Neigungen. War schon immer von meiner Veranlagung her eher Denker als Draufgänger. Dieser Tag - dieses Ereignis stürzte mich aber wie in ein dunkles Loch. Ab diesem Zeitpunkt war mir mein Leben größtenteils egal. Es lief mehr an mir vorbei als das ich es gestaltet hätte. Für lange Zeit.
Kurz: Es folgten Jahre in denen ich weder mich selbst noch mein Leben im Griff hatte - und verzweifelt davor stand, selbst nicht wissend was mit mir los war.
Alles aufzulisten was ich in den Jahren 1989 bis 1994 beruflich getan und versucht habe würde den Rahmen sprengen. Es ist eine Geschichte begeisterter Aufbrüche - und deprimierter Abbrüche. Im Rückblick keine sehr schönen Jahre.
1995 - genau am 03.01.1995 trat ich dann meinen Wehrdienst an. In der "Dorothea-Erxleben-Kaserne" in Halle an der Saale wurde ich in der 10. Kompanie des SanBtl dort zum Sanitäter ausgebildet. Ab dem 01.04.1995 diente ich dann als Sanitäter beim FschPzAbw Btl 272 in Wildeshausen.
1997 war ich für ein Jahr bei der AWO beschäftigt um dort für die Stadt Vechta im Bauhof eingesetzt zu werden.
1998 kam ich dann über die "sozialen Dienste" der Malteser, für die ich "Hauswirtschaftliche Versorgung", Begleitung bei Spaziergängen und das Ausbringen von "Essen auf Rädern" übernahm zur Altenpflege. Anfang 1999 absolvierte ich dort die Ausbildung zum "Pflegediensthelfer".
Ab Mitte 1999 durchlief ich dann die Stationen der Altenpflegeausbildung. Ein Beruf der mir trotz aller Schwierigkeiten Freude bereitete. Dennoch merkte ich im Laufe der Jahre das mir die (körperlich doch sehr anstrengende) Arbeit auch dort immer schwerer fiel.
Im Januar 2003 hatte ich einen kleinen Unfall während ich einem Freund beim Holz-spalten half. Mein linker Mittelfinger wurde von der Spaltmaschine gequetscht und es gab einen recht schmerzhalften Bruch. Wenige Tage später wurden Magengeschwüre festgestellt.
Das ich im Lauf des Januars immer schwächer und matter wurde und am Ende kaum noch gehen konnte schob ich darauf. Mir war ja zudem auch übel - vielleicht hätte ich noch damit gerechnet eine Grippe zu haben als ich nicht mal mehr schaffte nach Hause zu fahren sondern mich in das Gästbett der Christengemeinde legte. Dort wurde ich irgendwann von einem anderen Freund "gefunden" und ins Krankenhaus gefahren.
Nachdem man dort merkte das meine Konstitution nicht nur durch Magengeschwüre gestört war und man ein EKG schrieb ging es sehr schnell. Eine Stunde später war ich im Uniklinikum Münster auf der kardiologischen Intensivstation wo meine Herzleistung langsam wieder aufgebaut wurde. Vier Wochen verbrachte ich in Münster - mitlerweile bin ich wieder relativ fit.
Nach einigen Untersuchungen und Kur- bzw. auch Klinikaufenthalten nötigte mich das Arbeitsamt schließlich Frührente zu beantragen.
So weit mein bisheriges Leben.
Bin mal gespannt wie es weitergeht!
