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Ostdeutschland

Die Marienburg

Die Marienburg im Landkreis Elbing (Westpreußen) ist eines der Wahrzeichen ostdeutscher Kultur.

Mein Interesse für Ostdeutschland

Hin und wieder fragt mich jemand warum ein Mensch, der 1973 in Westdeutschland geboren wurde, sich für eine Region interessiert deren deutsche Kultur um 1945 brutal vernichtet wurde.
Ein Land das heute, 66 Jahre "danach" schon von Polen und Russen bewohnt wird die als Rentner dort schon geboren wurden - und die mit dem Landraub, begangen von ihren Vätern und Großvätern, nicht mehr zu tun haben als das sie die Beute bewohnen. Die also schlicht unschuldig an diesen Verbrechen sind.
Und ja, ich denke das der deutsche Osten deswegen verloren ist.
a) weil die Kulturen Ostdeutschlands weitestgehend vergessen sind. Nur noch in kleinen Kreisen und einzelnen Museen bewahrt werden und
b) weil es nicht ohne massives neues Unrecht möglich wäre die Uhren zurückzudrehen.
Das wenige, das man heute noch politisch fordern kann und soll, schreibe ich weiter unten.

Hier nun die Frage: Warum macht ein relativ junger Mann sowas?
Warum ist Ralf aktiv für den BdV, für den BJO und für die ostdeutschen Heimatstuben in Ambergen?

Mich hat die Genealogie, die Familienforschung, dazu gebracht mich nicht nur mit den Menschen zu beschäftigen deren Daten ich da hervorkrame - sondern auch mit den Regionen in denen sie lebten. Mit den lokalen Kulturen die sie prägten.
Und nur eine meiner Großmütter ist fest im Oldenburger Münsterland verwurzelt. Alle anderen drei Großelternteile sind weit östlich von Oder und Neiße geboren.
Darüber habe ich mich mit diesen Gebieten beschäftigt - und mich in diese Gebiete verliebt.

Hier versucht jemand ein ostpreußisches Gedicht aufzusagen, mit viel ostpreußischem Humor. Vielleicht kann jemand nachvollziehen warum ich gerade Ostpreußen liebe?

De Brill

Und politisch?

Wie gesagt:
Ostdeutschland ist untergegangen. Die Forderung nach Rückgabe der Gebiete hat sich wohl überlebt. Es leben dort Menschen die für altes Unrecht ausgehend von Polen und Russen ebensowenig können wie wir für altes Unrecht verantwortlich sind das von Deutschen ausging.

Dennoch erwarte ich:
-das es eine würdige und angemessene Erinnerungskultur für die Opfer von Flucht und Vertreibung gibt. Hier im Westen - aber auch in ihrer alten Heimat. Die Geste Willy Brandts, vor dem Denkmal des ehemaligen Warschauer Ghettos niederzuknien, um den Opfern Ehre zu erweisen, ging um die Welt und verdient Bewunderung. SO geht man mit unschuldigen Opfern und ihrem Gedenken um. Das wünsche ich mir für die Opfer aus Ostdeutschland!
-es gibt in meinen Augen ein Recht jedes Deutschen, der in den Ostgebieten leben möchte (so viele sind es nicht) sich dort ein Haus (zurück?) zu kaufen und dort zu leben.
-nachdem es immer noch Prozesse und Forderungen aus Verbrechen rund um den 2. Weltkrieg gibt muss man zumindest darüber NACHDENKEN dürfen wie man die Opfer von Flucht und Vertreibung entschädigt. Und das, so lang noch welche davon leben!
-zusammenhängend mit dem ersten Punkt ist es natürlich und sinnvoll an die Vertreibungsverbrechen zu erinnern. Im Schulunterricht, in Gedenkstätten, in Museen und auch im Rundfunk.

Ich glaube diese Punkte verstehen sich von selbst.

Auf dieser Basis muss es natürlich eine Förderung der deutsch-polnischen Freundschaft geben damit unsere beiden großen Nationen niemals wieder GEGENEINANDER stehen.