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Gustav Fennig
Über ihn
und seine Frau habe ich ein paar Lebensdaten und Orte, an denen sie
offensichtlich waren. Daraus läßt sich ein wenig zusammenstellen.
Interessant dabei ist: Modlin liegt 50 km nordwestlich von
Warschau/Polen. Radomyschel, wo auch der Ort Alexandrowka lag, liegt
etwa 60 km westlich von Kiew/Ukraine.
Das schreibt sich so leicht – in der Praxis heißt das allerdings das
diese beiden Orte ca. 800 km auseinander lagen. Personenflüge gab es
noch nicht, auch keine Autobahnen. Schnellstes und bequemstes
Transportmittel war die Bahn – und wenn die es auf 70 km/h
Höchstgeschwindigkeit(!!) brachte hatte man einen guten Zug erwischt.
Mit anderen Worten: Damals war das eine Entfernung für zwei Tage
„unterwegs sein“ (und das war schnell – ein paar Jahrzehnte davor hätte
man noch mehr als zwei Wochen gebraucht).
Also:
Gustav
wurde am 02. Mai 1879 in Arowika geboren (so steht es im Stammbaum).
Allerdings gibt es nirgendwo auf der Welt einen erwähnenswerten Ort der
so (oder so ähnlich) heißt. Arowika ist also entweder irgendeine kleine
Bauernschaft (wie etwa Einen) – oder es ist eine der reichlichen Fehler
im Stammbaum.
Egal aber wo Arowika liegen mag – angeblich hat er am 18. April 1903 in
Radomyschel die vier Jahre jüngere Olga Stockmann aus Modlin geheiratet.
Auch Ende 1911 müssen die Beiden noch dort gewesen sein – denn am 12.
Oktober 1911 wurde in Alexandrowka Robert (Olga hatte einen Cousin mit
Namen „Robert“ - da auch weitere ihrer Kinder nach Cousins und Cousinen
von ihr benannt zu sein scheinen wohl der Ursprung der Namensgebung)
geboren und bald darauf in Radomyschel getauft.
Als im November 1913 sich Alexander Stockmann mit Familie in die
Passagierliste des Auswandererschiffes „Rhein“ eintrugen gaben sie an
ihr nähester Verwandter wäre der Schwiegersohn bzw. Schwager Gustav
Fennig – und der sei in Modlin zu finden. Ob das tatsächlich so war und
Gustav, Olga und die Kinder zwischen 1911 und 1913 in Olgas Heimat
zurückkehrten – oder ob Alexander das nur angab um irgendwas in diese
(wichtige) Spalte eintragen zu lassen und er vielleicht garnicht so
genau wußte wo Gustav und Olga waren kann ich nicht sagen.
1918 war Gustav in jedem Fall mit seiner Familie in Ostpreußen
angekommen. Mögliche Gründe für eine Übersiedlung zu dieser Zeit nach
Ostpreußen habe ich ja im Lebensbericht von Alwine Ernst schon
zusammengefasst.
Am 03. November 1918 verstarb er in jedem Fall in Hohenwiese/Landkreis
Elchniederung in Ostpreußen. Im Alter von nur 39 Jahren.
Woran genau er starb ist (bislang) nicht raus. Man muss allerdings sagen
das im November 1918 durch den Krieg und die Blockade deutscher Häfen in
Deutschland Hunger herrschte – erst Recht wohl unter denen, die „neu“
nach Deutschland kamen und noch nicht recht Fuß gefasst hatten. Zudem
gab es zwischen 1918 und 1920 eine weltweite Welle der „spanischen
Grippe“, die Schätzungsweise 25-50 Millionen Todesopfer (gerade
(untypisch) unter den 20-40jährigen) forderte. Vielleicht war es eine
Kombination aus Beidem, die zu seinem frühen Tod führte.
Olga Stockmann
Wenn der
Stammbaum stimmt ist sie am 07. März 1883 in Modlin geboren.
Pikanterweise etwa vier Jahre bevor ihre Eltern heirateten. Vielleicht
liegt da der Ursprung dessen, das jeder Kontakt mit ihren Eltern
offensichtlich spätestens mit deren Auswanderung endete...
Auf jeden Fall blieb sie (als einzige Stockmann) in Europa zurück – und
fand in den USA auch keine Erwähnung mehr.
Am 17. Januar 1937 starb sie im (auch sehr jungen) Alter von nur 54
Jahren in Birkenhausen, Gemeinde Aulowönen im Kreis
Insterburg/Ostpreußen.
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